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Internationale Krankenversicherungslösung (IPMI) – Was bieten Zahnversicherungen?

In der Schweiz ist die Zahnversicherung oft nur in Zusammenhang mit kieferorthopädischen Behandlungen bei Kindern ein Thema. Diese Leistungen werden von den Schweizer Krankenversicherern meist über Zusatzversicherungsprodukte, respektive Pakete abgedeckt, die auch noch weitere Leistungen wie Auslanddeckung, Repatriierung etc. (ambulante Zusatzversicherung) beinhalten können (je nach Krankenversicherer), jedoch handelt es sich dabei nicht um eigenständige Zahnversicherungen. Die Prämien für solche Zusatzversicherungsdeckungen sind überraschend niedrig, oft sogar unter CHF 10 pro Monat für Kinder. Dies ist bemerkenswert, bedenkt man, dass fast jedes zweite Kind eine kieferorthopädische Behandlung benötigt und die Kosten dafür erheblich sind.

Die klassische Zahnversicherung (Zahnpflegeversicherung) fristet in der Schweiz eher ein bescheidenes Dasein – aus Tradition. Der Nutzen in Relation zu den Kosten ist oft nicht klar ersichtlich, weshalb viele Zahnbehandlungen in der Schweiz meist aus eigener Tasche bezahlt werden. Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) leistet nur in seltenen Fällen, hauptsächlich bei schweren, nicht vermeidbaren Erkrankungen des Kausystems oder schweren Allgemeinerkrankungen.

Bei unfallbedingten Zahnschäden kommt bei erwerbstätigen Personen das UVG zur Anwendung, welches Zahnschäden in Folge Unfall abdeckt. Nichterwerbstätige Personen sind über das KVG für den Unfall gedeckt.

Im internationalen Bereich, also bei den Versicherungslösungen für Entsandte und Expats im Ausland (IPMI), sieht die Situation ganz anders aus. Etwa 60% aller Unternehmen in der Schweiz versichern Zahnleistungen. Eine klassische Zahnversicherung im internationalen Bereich kann in etwa (je nach Anbieter) folgende Leistungen abdecken:

Ø Leistungen:

Leistung pro Versicherungsjahr/grobe Bandbreite/je nach Plan-Variante/Anbieter

Maximalleistung

CHF 2‘000 bis 5‘000

Routine Checks

100% gedeckt

Zahnentfernung, Wurzelbehandlung

80% gedeckt

Füllungen, Kronen etc.

50% gedeckt

Kieferorthopädie Kinder

CHF 1‘000 bis 1‘500

Die Prämienkosten belaufen sich in der Regel auf etwa CHF 1‘000 pro Jahr, abhängig von verschiedenen Parametern. Ob eine Firma Zahnversicherungsdeckungen anbieten will oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  1. Ist es ein Branchenstandard (Benchmark)?
  2. Will man bewusst eine sehr attraktive Versicherungslösung anbieten?
  3. Welche Nationalitäten/Herkunftsländer haben die Expats? Wie international ist der Expat-Versicherungsbestand?
  4. Welches Budget steht zur Verfügung?

Zu Punkt 3: In einigen Herkunftsländern der Expats (z.B. Frankreich oder Deutschland) werden Zahnbehandlungen in den staatlichen Sozialversicherungssystemen abgedeckt. Ergänzungsversicherungen zu diesen staatlichen Leistungen sind zudem üblich. Entsprechend wird eine Expat-Zahnversicherung im Gastland oft als nahezu unverzichtbar/selbstverständlich angesehen.

Rückkehr in die Schweiz

Bei Rückkehr in die Schweiz erfolgt die Wiedereingliederung ins Schweizer Gesundheitssystem. Für Erwachsene wie auch für Kinder kann es schwierig bis unmöglich sein, eine Zahnpflegeversicherung oder eine Zusatzversicherung für kieferorthopädische Behandlungen abzuschliessen, wenn bereits eine Behandlung läuft oder absehbar ist. Dennoch gibt es Lösungsansätze wie Sistierung und Freizügigkeit, die wir gerne genauer erläutern.

 


Fusion von Foyer Global Health und Globality Health ist bewilligt

Die in Luxemburg ansässige Foyer-Versicherungsgruppe übernimmt die Globality Health von der deutschen ERGO-Gruppe (Münchner Rück). Dies ist seit längerem bekannt, musste aber von den Behörden noch bewilligt werden, was nun der Fall ist. Beide Gruppen sind im IPMI Business tätig (Internationale Krankenversicherung für Entsandte und Expats – Einzel- und Gruppenversicherungen). Globality Health agiert in der Schweiz unter dem Namen SWICA Globality Health (SWICA ist die Lizenzgeberin für Gruppenversicherungen für Schweizer Firmenkunden).

Wichtig für die Kunden ist, dass diese Partnerschaft mit SWICA im Bereich der Lizenz, der KVG-Koordination aber auch im Bereich der Freizügigkeit bei Rückkehr in die Schweiz (Übertrittsrecht in die Zusatzversicherungen) weitergeführt wird. Somit ändert sich für die Kunden nichts.

 


Prämienrunde 2024 – Krankenversicherung

Wie jedes Jahr beschäftigt die Prämienanpassung im Krankenversicherungsbereich sowohl private Personen als auch Unternehmen, die ihre im Ausland tätigen Mitarbeiter über IPMI-Verträge versichern. Die Frage, wie hoch die Prämienanpassungen zum 1. Januar des kommenden Jahres ausfallen werden, steht im Raum.

Es scheint in Stein gemeisselt zu sein, dass die Kosten/Prämien steigen. Dafür gibt es gute Gründe, denn die medizinische Inflation ist nicht nur ein Schlagwort sondern entspricht der Realität. Die Kosten/Preise für medizinische Produkte und Dienstleistungen steigen kontinuierlich zusätzlich auch auf Grund der hohen „allgemeinen“ Inflationsrate. Das medizinische Angebot wird ausgeweitet. Bessere, oft auch teurere Medikamente und Behandlungsmethoden werden genutzt. Die Langlebigkeit (Überalterung) der Bevölkerung nimmt in vielen Regionen zu und generell scheint das medizinische Angebot auch vermehrt in Anspruch genommen zu werden – vermutlich ein „Post-Corona“ Effekt.

Was kommt auf uns zu?

KVG Schweiz

In den ersten 6 Monaten sind die Kosten in der Schweiz durchschnittlich um 8% gestiegen (Quelle santésuisse) und es ist somit zu erwarten, dass es wieder zu markanten Prämienanpassungen kommen wird. Diese sind, wie immer, unterschiedlich pro Anbieter und Region. Im September werden die Tarife der Krankenversicherer bewilligt und kommuniziert. Wir sind gespannt!

IPMI-Verträge (Internationale Krankenversicherung)

7 – 12% Prämienanpassung sind zu erwarten. Je nach Anbieter und Schadenerfahrung kann dieser Wert auch höher oder tiefer ausfallen. Die Statistiken „Global Medical Trend“ von Aon und Willis Towers Watson zeigen Schätzungen für das Jahr 2023 von 9.2% und 10% (Bruttokostenwachstum) global. Je nach Region (z.B. Middle East) können diese Werte aber auch deutlich höher liegen.